· 

Erfahrener, gelassener und trotzdem gespannt: es geht wieder los! Unser 2. Dorf Chopring - 03.04.-06.04.18

Ein Teil der Strecke in unsere zweite Dorfschule  „Chopring“  ist so „bumpy“ wie eine sandige Buckelpiste, das wir alle ordentlich durchgeschüttelt werden. Die Harten unter uns schaffen es trotzdem noch, eine Mütze Schlaf zu tanken. In der Regenzeit verwandelt sich der sandige, lehmige Untergrund zu Seife und macht die Dörfer schwer erreichbar. Gerade passend für UWS und ihr Motto „To Teach The Unreached“.

 

Das Empfangskomitee in Chopring, im Vordergrund die alte baufällige Schule, die neue Schule wurde dahinter errichtet.
Das Empfangskomitee in Chopring, im Vordergrund die alte baufällige Schule, die neue Schule wurde dahinter errichtet.

Nach gut einer Stunde Fahrt ist die Schule für uns schon von weitem zu erkennen. Die einheitliche UWS-Architektur erstrahlt wie ein Lern-Paradies freistehend auf einem großen Schulgelände. Den Grund und Boden hat eine Frau aus dem Dorf zur Verfügung gestellt, ohne irgendeine Entschädigung von der kambodschanischen Regierung dafür zu bekommen. Sie verwirklicht sich damit ihren Traum, eine Schule für ihr Dorf zu bekommen. „Sabei, sabei (glücklich, glücklich)“ strahlt sie uns an, dass die 140 Kinder aus dem Dorf, darunter 9 Enkel von ihr, endlich Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Die Menschen, die hier wohnen, sind alle Khmer (Kambodschaner). Sie sprechen damit anders als die ethnischen Minderheiten in unserem letzten Dorf, bereits Khmer (kambodschanisch). Selbst die eigenen Landsleute versorgt der kambodschanische Staat nicht zuverlässig mit Bildung. Glück im Unglück für die 500 Bauernfamilien, die wir hier treffen. Sie bekommen mit UWS eine Grundschule, die weit über dem Niveau der Grundschulen in der Provinzstadt Banlung liegen. So berichten es die UWS-Mitarbeiter, die für ihre eigenen Kinder mit einer zweitklassigen Bildung in Banlung vorlieb nehmen müssen.

Auf zu neuem Unterricht
Auf zu neuem Unterricht

„Happy - sabei“ vereinigt uns alle für drei Tage zu einer Großfamilie. Ob die Kinder mit ihren so fragenden am zweiten Tag auch lachenden Augen, die vier Dorflehrer, die mit ihren roten UWS T-Shirts sichtlich stolz waren auf ihre Aufgabe, der Schuldirektor (staatlicher Lehrer) und vor allem die vielen Mütter, die wir bereits an unserem ersten Tag als neugierige Zaungäste gewinnen konnten. Jeder folgt voller Spannung dem, was wir als Volunteers mit ihnen machen.

Mütter und Großmütter schauen interessiert zu
Mütter und Großmütter schauen interessiert zu

Ähnlich wie beim ersten Dorf schraubt sich der Energiepegel im Nu auf höchste Stufe. Insgesamt gehen wir mit der Erfahrung aus der ersten Schule gehen wir gelassener mit unserer anspruchsvollen Aufgabe um. Eine Steigerung unserer Qualität in den Workshops haben wir uns auf die Fahne geschrieben. Es gibt Umbesetzungen im Unterrichtsfach Individual Logic und Kunst. Wolfgang, Ehemann von Kristina, verstärkt unser Team. Was für ein Einsatz, den wir auch noch zu der vollsten Zufriedenheit von UWS erfüllen. Dabei waren wir doch nach dem ersten Dorf schon als „Bestes Team Ever“ bewertet worden. Und natürlich DROP als schon legendäres Kartenspiel, das UWS- und ConCultures-Team ist begeistert.

Von den Hähnen geweckt, 6 h! Aufstehen, um 7 h kommen die Kinder und wollen was erleben.
Von den Hähnen geweckt, 6 h! Aufstehen, um 7 h kommen die Kinder und wollen was erleben.

Was haben wir erreicht und mit welchem Gefühl verlassen wir unser zweites und damit letztes Dorf? „Sabei, sabei“ - glücklich, glücklich, und total erschöpft! Wir haben mit Begeisterung und Freude getanzt, kambodschanische Tänze gelernt und vor allem die Mütter mit ins Boot geholt.  Die Highlights waren dabei die Songs „Muy, bie, bei“ mit Franziska als Voice of Cambodia und der Duck-Song vom Handy von Svea, laut dröhnend aus der Lautsprecherbox von UWS. Aber auch „Samina, eh eh“ oder „Jamboleo, Jambola“  waren die Highlights und gleichzeitig Dauerbrenner, die  jeden Funken Energie aus jeden von uns herausgeholt haben. Und natürlich Drop, das legendäre Kartenspiel auf jedem UWS-ConCultures Projekt.

Herzenswärme bei einer Verlobungsfeier und ein Besuch im Haus der Nachbarin hat unsere Verbundenheit untereinander verstärkt. Damit sind wir alle einhellig der Meinung, dass wir gemeinsam beste PR für UWS bewirkt haben, die Lernen und als die Schule in den Herzen aller verankert hat, ein wichtiges Element in diesen Gegenden, in denen Kinder als Arbeitskräfte in ihren Familien gebraucht werden.

Unsere mitgebrachten Spiele kommen gut an.
Unsere mitgebrachten Spiele kommen gut an.

Unsere Auswahl an Spielen für den laufenden Unterricht kam bei den Lehrern gut an. Die Spiele, bei denen die Schüler mit großer Freude und Erfolg lernten, haben wir an die Schulbücherei übergeben. Wir hoffen, dass die Lieder, die viele der Schüler bühnenreif singen können Einzug finden in den Unterricht. Es ist prachtvolle Kunst als Gemeinschaftswerke entstanden, die zukünftig das Schulhaus schmücken werden.

 

Was für ein Erlebnis, das wir drei Tage Fröhlichkeit, Spaß und Freude von Herzen geteilt und gelebt haben, die Schüler, Eltern und Familien mit so anderen Lebenshintergründen. Wir können alle unendlich stolz sein, was wir als Gemeinschaftserlebnis gemeinsam geschaffen haben, Mut und Stolz für den Einsatz, den die Volunteers gezeigt haben und Stolz und Freude in den Schülern, dass sie jemanden wir uns mit weißer Haut und langen Nasen kennengerlernt haben. Etwas, was für die Menschen hier als Aussicht auf ein besseres Leben unendlich viel zählt. Was bleibt, ist ein unvergessliches Erlebnis, keine Kraft mehr für ein weiteres Dorf, Freude auf Zuhause und die Gewissheit, dass wir mit UWS an einer großartigen Bildungsmission teilgenommen haben. UWS engagiert sich mit Herz. Es hat uns sehr beeindruckt, dass es seit neuestem in jedem Dorf eine Education-Surveyor gibt, die mit Eltern spricht, deren Kinder nicht regelmäßig zum Unterricht erscheinen. Im Ernstfall werden sogar Elternabende einberufen. In diesem Moment wird uns deutlich, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Platz sind und trotz der großen Anzahl an UWS-Schulen die Qualität nicht nur gehalten, sondern sogar gesteigert wurde.

 

Die Schüler in den Dörfern können wir leider mangels Verständigung nicht dazu befragen, ob und wie sie sich im Einzelnen anders wahrgenommen haben und ob es in ihnen etwas verändert hat. Hier Stimmen der Volunteers:

 

Elisa Gehart: "Ich kann jedesmal wieder mitmachen, so toll ist das Erlebnis. Begeisterte Kinder, die Lernen wollen, die eigentlich nichts haben, aber trotzdem glücklich sind."

 

Tamara Savic: "Jetzt weiß ich erst, was es bedeutet zu unterrichten, mit welcher Arbeit das verbunden ist. Und die Kinder haben mir gezeigt, was es heißt, wenn Bildung nicht selbstverständlich ist. Die Freude, etwas lernen zu dürfen, ist ansteckend! Toll war das Erlebnis, auch ohne gemeinsame Sprache sich verständigen und Spaß haben zu können, Glück und Lebensfreude zu teilen."

Bleiben Sie mit uns in Verbindung. Sie finden uns auf den folgenden Seiten und auf Instagram!

ConCultures ist Botschafter und strategischer Partner von United World Schools in Deutschland.